Forschungsprojekte

Forschung am Fachgebiet Germanistik – Computerphilologie und Mediävistik

Auf dieser Seite stellt das Fachgebiet seine aktuellen und abgeschlossene Forschungsprojekte vor.

Aktuelle Projekte

Projektbeschreibung

Die beiden etablierten geisteswissenschaftlichen Forschungsinfrastrukturen CLARIN-D und DARIAH-DE haben sich zusammengeschlossen, um zu einer gemeinsamen Forschungsdateninfrastruktur für die Geisteswissenschaften in Deutschland beizutragen.

Die in den letzten Jahren erfolgreich eingeleitete Zusammenarbeit soll während der Projektlaufzeit so weit vorangetrieben werden, dass ab 2021 eine nationale Forschungsdateninfrastruktur für die Geisteswissenschaften angeboten werden kann, die aus gemeinsamen, technischen Komponenten und abgestimmten Verfahren besteht.

Förderung

BMBF

Verbundpartner

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Eberhard Karls Universität Tübingen, Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen, Hamburger Zentrum für Sprachkorpora, Institut für Deutsche Sprache Mannheim, Otto-Friedrich-Universität Bamberg / Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Technische Universität Darmstadt / Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft, Universität Leipzig, Julius-Maximilians-Universität Würzburg / Institut für deutsche Philologie / Lehrstuhl für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte

Dauer

2019-2021

Projektbeschreibung

Die kursiven Handschriften stellen im Gegensatz zu den vorwiegend gemeißelten Hieroglyphen die eigentliche Schrift des Alten Ägypten dar, die mit Binsenstengeln und schwarz-roter Tusche auf Papyrus, Leinen, Leder, Holz, Keramik, Putz oder Stein geschrieben wurde. Die hieratische Schrift wurde 3.000 Jahre lang für die verschiedenen Sprachstufen Ägyptens verwendet und erst in der Mitte des 1. Jahrtausends v.Chr. in einigen Bereichen von der demotischen Kursivschrift verdrängt. Die sogenannten Kursivhieroglyphen sind eine handschriftliche, formnahe Umsetzung von Einzelhieroglyphen. Die Erforschung beider Schriftarten und ihres Verhältnisses zu den Hieroglyphen und zum Demotischen ist immer noch ein Desiderat der Ägyptologie und Handschriftenkunde. Ziele des Akademievorhabens sind zum einen die Erstellung einer digitalen Paläographie, die das Zeichenrepertoire für vielfältige Suchmöglichkeiten sowie für die Kooperation mit der internationalen Fachwelt bewahrt und online präsentiert und daneben umfangreiche Metadaten zu allen relevanten Quellen bietet. Teil- oder Spezialpaläographien werden sukzessive auch als Downloaddateien oder Buchpublikationen zur Verfügung gestellt. Zum anderen erfolgt eine systematische Erforschung der Kursivschriften mit Blick auf Entstehung und Entwicklung, Funktionsbereiche, Regionalität und Datierbarkeit. Weitere Fragestellungen beziehen sich beispielsweise auf die Ökonomie und Materialität des Schreibens, das Layout von Manuskripten oder die Identifikation von individuellen Schreiberhänden. Während Module zur Informationstechnik das Vorhaben im Bereich der Digital Humanities verankern, werden Praktika zum Schreiben und Faksimilieren von Hieratisch sowie zur Didaktik Eingang in die ägyptologischen Studiengänge finden.

Förderung

Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften

Verbundpartner

Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Ägyptologie, Akademie der Wissenschaften und der Literatur – Mainz, TU Darmstadt – Institut für Sprach- und Literaturwissenschaften

Dauer

2015 – 2038

Projekt(kurz)beschreibung

Das Forschungsprojekt „Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD)“ erschließt den aktuellen Familiennamenbestand Deutschlands und stellt die Ergebnisse sämtlichen Nutzern leicht zugänglich digital zur Verfügung. Erstmals sollen die derzeit in Deutschland vorkommenden Familiennamen – unter Einbeziehung der fremdsprachigen Namen – lexikographisch erfasst, kartiert und (unter Berücksichtigung des erst seit Kurzem bestehenden Wissens um die geographische Verbreitung der Namen) etymologisiert werden.

Förderung

Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz

Verbundpartner

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, TU Darmstadt

Dauer

2012 – 2035

Projektbeschreibung

Im Gastprojekt werden Verfahren und Software zur automatischen Vermessung, zur Dokumentation und zur visuellen Analyse von Gestaltungsmerkmalen auf Handschriften- bzw. Buchseiten (weiter-)entwickelt. Gemeinsam mit ausgewählten Teilprojekten werden Eigenschaften von (Einheiten in) Büchern identifiziert, die für die Analyse von Bewegungen und ihrer Modi, d.h. Transfers und damit De- und Rekontextualisierungen von Wissensbeständen in Büchern und Corpora relevant und im Rahmen der Bildprozessierung automatisierbar sind. Die Ergebnisse werden nahtlos in die Dateninfrastruktur des SFB 980 integriert.

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Verbundpartner

Freie Universität Berlin

Dauer

2016 – 2018

Projektbeschreibung

Innovationsziel des Projekts ist die Analyse und Validierung der Potentiale von geisteswissenschaftlichen Nutzungsformen virtueller Forschungsumgebungen. Mittels einer Prozessanalyse der gemeinsamen Bearbeitung eines geisteswissenschaftlichen Forschungsfeldes mit digitalen Forschungsapplikationen sollen neuartige Anwendungsformen und Kollaborationsmodelle identifiziert und deren Weiterentwicklung in Gang gesetzt werden. Dazu werden 19 internationale Forschungsgruppen an die verschiedenen digitalen Werkzeuge und Inhalte herangeführt und ihre konkreten Nutzungspraktiken und Forschungsprozesse innerhalb der virtuellen Forschungsumgebung untersucht. Aus den Ergebnissen der Untersuchung sollen schließlich Referenzmodelle für die Implementierung und Gestaltung von virtuellen wissenschaftlichen Forschungsprojekten sowie Best Practice Empfehlungen für die strukturelle und prozessuale Verknüpfung von technischen, methodologischen und inhaltsbezogenen Arbeitsebenen abgeleitet werden.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Verbundpartner

JGU Mainz, Hochschule Mainz, TU Darmstadt

Dauer

2017 – 2020

Projektbeschreibung

TextGrid wurde seit 2006 im Rahmen eines aus zehn institutionellen und universitären Partnern bestehenden Verbundprojekts, das bis Juni 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde (Förderkennzeichen: 01UG1203A) entwickelt. Seit 2016 ist TextGrid Teil der DARIAH-DE Forschungsinfrastruktur.

Im Rahmen des Projektes wurde eine virtuelle Forschungsumgebung für die Geisteswissenschaften entwickelt. Zu den wesentlichen Säulen gehören das TextGrid Laboratory, das Open-Source-Werkzeuge und –Services bereitstellt, das Repository zur Langzeitarchivierung von Forschungsdaten und die Community in allen Belangen unterstützende Services.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Verbundpartner

DARIAH-DE

Dauer

2006-2015 (seit 2016 Teil von DARIAH-DE)

Projektbeschreibung

In diesem Projekt soll ein generisches Metadatenmanagement für wissenschaftliche Daten etabliert werden, basierend auf einer anwendungsorientierten Metadatenbeschreibung. Die Umsetzung erfolgt begleitend durch Anwender unterschiedlicher und heterogener Anwendungsgebiete. Darmstadt und Mainz betreuen gemeinsam den geisteswissenschaftlichen Use Case.

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Verbundpartner:

TU Dresden – ZIH, KIT – Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik, Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung – Monitoring der Siedlungs- und Freiraumentwicklung, RWTH Aachen – Fachgruppe Chemie, Akademie der Wissenschaften und der | Literatur Mainz – Digitale Akademie, TU Darmstadt – Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft

Dauer

2015 – 2017

Projektbeschreibung

DARIAH-DE ist ein Forschungsinfrastruktur-Projekt der ESFRI-Roadmap, das unter dem europäischen Dach DARIAH-EU die Nutzung digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften unterstützten und erweitern soll. Die 17 akademischen Partner im Projekt haben am 1.3.2011 ihre Arbeit aufgenommen.

DARIAH-DE unterstützt und erweitert die Nutzung digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften. Gemeinsam mit erfolgreichen Initiativen im Bereich der Digital Humanities in Deutschland

• unterstützt DARIAH-DE den Aufbau Virtueller Forschungsumgebungen in den Geisteswissenschaften durch Beratung, Verknüpfung von bisher getrennten Aktivitäten und auch durch technische Infrastruktur.

• nutzt und verknüpft DARIAH-DE vorhandene digitale Ressourcen, Dienste und Erkenntnisse auch übergreifend über einzelne Disziplinen und bestimmte Forschungsfragen.

• errichtet und erforscht DARIAH-DE eine dezentrale technische Infrastruktur, auf der geisteswissenschaftliche Methoden implementiert und genutzt werden können.

Dieses Ziel beinhaltet nicht nur technische Aufgaben, sondern betrifft ebenso lokale wie internationale Aktivitäten, und ist vor allem langfristig ausgelegt.

An der TU Darmstadt sind neben dem Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft auch das Institut für Philosophie (Prof. Petra Gehring) sowie das UKP Lab (Prof. Iryna Gurevych) beteiligt.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Dauer

2011 – 2019

Abgeschlossene Projekte

Projektbeschreibung

ePoetics zielt auf eine Weiterentwicklung der eHumanities durch die Erprobung aktueller informationstechnologischer Methoden an einem für die Geisteswissenschaften zentralen Textbestand, Poetiken und Ästhetiken von 1770 bis 1960. Die TU Darmstadt hat als Projektpartner insbesondere zum Ziel, im Zuge des digitalen Aufbaus dieses besonderen Korpus Mehrwerte bzw. neue Erkenntnisse im Bereich der Erschließungsverfahren und Metadaten-Strukturen zu gewinnen – auch in Wechselwirkung mit der sprachtechnologischen Analyse/Verarbeitung und den projektierten Visualisierung-Verfahren. Außerdem ist beabsichtigt, durch die offene Gestaltung des Korpus und die Publikation bzw. Einbindung in virtuellen Forschungsumgebungen und –infrastrukturen zu bewirken, dass der Textbestand erweitert und die Science Community in die Forschungsarbeit an und mit den Texten und Metadaten einbezogen werden kann, wodurch wiederum neue wissenschaftliche Ergebnisse erzielt werden können.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Verbundpartner

Informatik / Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme und Computerlinguistik / Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung, Universität Stuttgart, Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt

Dauer

2013 – 2016

Projektbeschreibung

Digitale Methoden und Inhalte können sowohl Mittel als auch Gegenstände der Didaktik sein. Die in den Digital Humanities (DH) etablierten vielfältigen, weitreichenden und tiefgreifenden Praktiken des digital gestützten Forschens und wissenschaftlichen Arbeitens werden jedoch durch die Konzepte der Mediendidaktik und des E-Learning allein nicht mehr abgedeckt. Das Projekt hat sich daher zum Ziel gesetzt, neue Konzepte zur Digitalität in den Fachdidaktiken zu entwickeln und zu erproben. Die Projektergebnisse werden sowohl in einem online-Handbuch dokumentiert als auch in einem konkreten Modul „Digitalität als Praxis in den Geisteswissenschaften“ verankert, das in allen Lehramtsstudiengängen und darüber hinaus angeboten werden soll.

Förderung

TU Darmstadt

Dauer

2016 – 2018 (Pausiert aufgrund von Elternzeit)

Projektbeschreibung

Das Projekt nutzt den Pool von etwa 500 mittelalterlichen Handschriften aus der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier. Ziel ist die Entwicklung, Erprobung und Optimierung von neuen Algorithmen, die Makro- und Mikro-Strukturelemente einer Manuskriptseite automatisch erkennen und diese Informationen in die Metadaten zu jedem Image einpflegen. Beispiele sind (metrische) Daten wie Seitenformat, die Anzahl der Zeilen, Beschriftungen, Register, Paratexte, Marginalien, das Verhältnis von Bild und Text und viele mehr. Ferner werden Verfahren zur statistischen Auswertung dieser Metadaten entwickelt und erprobt.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Verbundpartner

Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik/Karlsruher Institut für Technologie KIT, Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier, Stadtbibliothek und Stadtarchiv Trier

Dauer

2013 – 2016

Projektbeschreibung

Als Projekt im 3. D-Grid Call hat sich WissGrid die nachhaltige Etablierung von organisatorischen und technischen Strukturen für den akademischen Bereich im D-Grid zum Ziel gesetzt. Dabei bündelt WissGrid die heterogenen Anforderungen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und entwickelt so konzeptionelle Grundlagen für die nachhaltige Nutzung der Grid-Infrastruktur sowie IT-technische Lösungen. In diesem Kontext stärkt das Projekt die organisatorische Zusammenarbeit der Wissenschaften im Grid und senkt die Eintrittsschwellen für neue Community-Grids.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Verbundpartner

Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bergische Universität Wuppertal, Deutsches Elektronen Synchrotron, Deutsches Klimarechenzentrum GmbH, Institut für Deutsche Sprache, Institut für Wirtschaftsinformatik, Leibnitz-Universität Hannover, Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften / Universität Trier (später Technische Universität Darmstadt), Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin, Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Technische Universität Dortmund, Technische Universität München, Universität Stuttgart, Universitätsklinikum Göttingen/Abteilung Medizinische Informatik, Zentrum für Astronomie

Dauer

2009 – 2012

Projektbeschreibung

Information und Wissen können durch Gruppierung von Einzelzeichen nach bestimmten Regeln kodiert werden, dabei gibt es prinzipielle strukturelle Gemeinsamkeiten zwischen Genomcode und sprachlichem Code sowie biologischer Entwicklung und Sprachentwicklung (vgl. Schlagwörter wie „ABC der Menschheit“, „Buch des Lebens“, „Sprachfamilie“). Ein zentrales Kennzeichen neben dieser „Entwicklungsfähigkeit“ und damit „Historizität“ ist die Vielfalt bzw. Varianz der Erscheinungen. Ein differenzierteres Verständnis der Mechanismen und Regeln von Entwicklung und Varianz ermöglicht neue und präzisere Verfahren der Informationsgewinnung sowie der Speicherung, Bearbeitung und Auswertung der dadurch gewonnenen Daten. Die Konsortialleitung dieses Projekts liegt bei der TU Darmstadt.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Verbundpartner

TU Darmstadt, Universität Würzburg, Institut für deutsche Sprache Mannheim, Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren Trier (später Darmstadt)

Dauer

2009 – 2012

Projektbeschreibung

Das Digitalisierungsprojekt „Virtuelles Skriptorium St. Matthias“ präsentiert den noch erhaltenen Bestand an Handschriften der mittelalterlichen Bibliothek der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier. Dieser beläuft sich auf ungefähr 500 Kodizes, die weltweit auf 25 Standorte verteilt sind. Der überwiegende Teil von ungefähr 450 Handschriften befindet sich noch heute in Trier. Neben der Stadtbibliothek Trier und der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars, die zusammen 434 Kodizes besitzen, finden sich darüber hinaus weitere Handschriften im Bistumsarchiv Trier und der Bibliothek des heutigen Klosters St. Matthias. Mit Hilfe der Digitalisierung wurden diese kulturellen Zeugnisse nicht nur für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sondern auch eine vereinfachte wissenschaftliche Arbeit mit ihnen ermöglicht. Der hier vorgestellte Bestand ist für unterschiedliche Disziplinen von Wert. Genannt seien die Fächer Altphilologie, Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Theologie, Medizin und Rechtsgeschichte. Mit einer derart rekonstruierten Bibliothek ist die Absicht verbunden, das geistige Profil eines wichtigen Bildungszentrums und seines Wachstums nachzuzeichnen und neuartige Einblicke in die Produktions- und Rezeptionsbedingungen ihrer Bestände zu gewähren.

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Verbundpartner

Universität Trier, TU Darmstadt, Stadtbibliothek Trier

Dauer

2010 – 2014