Forschung


1. Fachkommunikation und Wissenstransfer mit einem Schwerpunkt auf Wissenschaftskommunikation:


Gegenstand des Forschungsschwerpunktes sind Formen und Rahmenbedingungen der Fachkommunikation, insbesondere der Wissenschaftskommunikation. Der Fokus liegt dabei auf dem Verhältnis zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, auf Problemen der Wissensvermittlung und auf der Frage nach berufsspezifischen kommunikativen Anforderungen.
Aktuelle Arbeitsschwerpunkte liegen auf dem diskursiven Umgang mit Nichtwissen und unsicherem Wissen in Wissenschaft und Medien (DFG-Projekt 2017-2020 zum Pestiziddiskurs; DFG-Projekt 2011-2013 im SPP 1409: Wissenschaft und Öffentlichkeit; Beteiligung am Öffnet externen Link in neuem FensterSPP 1689: Climate Engineering), dabei konkret auch auf der Textkompetenz von NachwuchswissenschaftlerInnen in den Naturwissenschaften im Umgang mit solchem Nichtwissen (Tschira-Projekt 2018-2021) sowie auf Wissensvermittlungsstrategien in Medienformaten für Kinder (DFG-Projekt 2013-2016). Siehe detailliertere Informationen unter SciCoRe sowie unten (Projektbeschreibungen).

2. Werbe- und Wirtschaftskommunikation:


Forschungsgegenstand sind Werbekommunikate in verschiedenen Medien, werbelinguistische Methodenentwicklung sowie Bedingungen und Formen der Unternehmenskommunikation.
Der Forschungsschwerpunkt ist eng mit dem Engagement in der internationalen Forschungskooperation „Europäische Kulturen in der Wirtschaftskommunikation (EUKO)“ verknüpft (www.wirtschaftskommunikation.net ). Im Namen von EUKO erscheint eine gleichnamige Buchreihe beim Verlag Springer VS, Wiesbaden, und es finden jährlich an wechselnden Orten internationale Tagungen statt, die u.a. zum Ziel haben, disziplinenübergreifend Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen und dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Plattform zu bieten.

3. Sprachkultur und Sprachförderung:


Dieser Forschungsschwerpunkt hat einerseits eine sprachvergleichende Dimension durch die langjährige Arbeit zu den Sprachkulturen der europäischen Einzelsprachen (siehe unten „Abgeschlossene Projekte“), andererseits ist er eng mit dem Forschungsschwerpunkt „Fachkommunikation und Wissenstransfer“ verwoben, da als Ziel sprachlicher Bildung und Förderung eine sprecherbezogene Sprachkultiviertheit angesehen wird, die auf Sprachkompetenz und einer moralisch motivierten Kooperationsbereitschaft basiert und im beruflichen Kontext zusätzliche Dimensionen einer fachkommunikativen Kompetenz aufweist. Ein Fokus der Sprachkulturforschung liegt daher auf dem Kontext von Sprache und Beruf. Programmatisch für diesen Forschungsschwerpunkt steht die Habilschrift „Die bewusste Entscheidung“ von 2004. Die ehrenamtliche Arbeit als Sprecherin der Jury „Unwort des Jahres“ (www.unwortdesjahres.net) dient ebenfalls einem grundsätzlichen sprachkritischen und aufklärerischen Interesse.

4. Text- und Diskurslinguistik:


Im Zentrum des Interesses stehen intertextuelle Phänomene der Textsortenvernetzung in verschiedenen Domänen und ihre Funktion in verschiedenen Diskursen, insbesondere in der Wissenschaftskommunikation (siehe oben unter 1) und auch in der städtischen Kommunikation (DFG-Projekt 2012-2015, siehe auch LOEWE-Schwerpunkt Stadtforschung). Das methodische Interesse an Text- und Diskurslinguistik verbindet sich unmittelbar mit den Forschungsschwerpunkten „Fachkommunikation und Wissenstransfer“ sowie „Sprachkultur und Sprachförderung“. Seit 2011 läuft hierzu eine neue Buchreihe (hrsg. zusammen mit Britta Hufeisen/Darmstadt und Christian Efing/Heidelberg) beim Peter Lang Verlag mit dem Thema „Wissen – Kompetenz – Text“.


Laufende Drittmittelprojekte


Projekt 2018-2021, gefördert von der Klaus Tschira Stiftung: „Förderung der Textkompetenz von Nachwuchswissenschaftler_innen in den Naturwissenschaften" (Projektmitarbeiterin: Maike Sänger, M.A.)
Fragestellungen des Projekts:

  • Wie kommunizieren Naturwissenschaftler_innen aktuell und konkret mit der Öffentlichkeit? Welche Kontakte zu Wissenschaftsjournalist_innen und Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit nutzen sie?
  • Welche Probleme stellen sich Naturwissenschaftler_innen dabei? Wie einfach oder schwierig finden sie es zum Beispiel, auch Unsicherheit, Zweifel und Nichtwissen zu vermitteln? Welche guten und schlechten Erfahrungen haben sie gemacht?
  • Welche Lösungsansätze für solche Probleme sind sinnvoll? Welche Empfehlungen können wir aus linguistischer Sicht geben?

Vorgehensweise:
Dass die Wissenschaft ihre Glaubwürdigkeit und ihre Forschungspraxis immer wieder erklären, begründen und ggf. sogar verteidigen muss, zeigen aktuelle gesellschaftsübergreifende Debatten. Wissenschaftler_innen stoßen im Rahmen ihrer Forschung zwangsläufig auf Aspekte des Noch-nicht-Wissens, Nicht-sicher-Wissens oder Nicht-wissen-Könnens – da über Forschung in der Öffentlichkeit aber in der Regel als Erfolgsgeschichte berichtet wird, ist es keine leichte Aufgabe, Unsicherheiten und Ungewissheiten ebenso zu thematisieren wie abgesicherte Forschungsergebnisse. Ziel des Projekts ist es deshalb, im Gespräch mit medien- und öffentlichkeitserfahrenen Naturwissenschaftler_innen mögliche Kommunikationsprobleme, Missverständnisse, aber auch gelungene Beispiele zu sammeln, um daraus kritische Kommunikationssituationen zu rekonstruieren. Auch WissenschaftsjournalistInnen werden zu ihren Erfahrungen befragt, um aus den kritischen Situationen mögliche Kommunikationsstandards ableiten zu können. Die Auswertung der Interviews wird gestützt durch die linguistische Analyse von schriftlichen Äußerungen von Wissenschaftler_innen in den Medien. Ziel ist es, Nachwuchswissenschaftler_innen der Naturwissenschaften auf dieser erfahrungsgesättigten Basis Hilfestellungen für die Wissenschaftskommunikation geben zu können. Wir kooperieren in diesem Projekt mit dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik, Karlsruhe) und dem Science Media Center Germany (SMC, Köln).

DFG-Projekt 2017-2020 „‘Bye, bye Biene?‘ – Zur Funktionalisierung wissenschaftlichen Nichtwissens und Wissens im Pestizid-Diskurs“ (zusammen mit Prof. Dr. Nico Blüthgen, FB Biologie; Projektmitarbeiter Niklas Simon, M.A.)
Unsere Gesellschaft ist auch in politischer Hinsicht immer wieder dazu aufgefordert, auf Probleme mit fundierten Entscheidungen zu reagieren. Meist wird dann die Wissenschaft ins Boot geholt, um zunächst die Sachlage zu klären, damit auf dieser Basis entscheiden werden kann, was nun zu tun sei.
Tatsächlich ist wissenschaftliches Wissen oft gar nicht so klar, wie gesellschaftliche EntscheidungsträgerInnen sich das wünschen würden. Das liegt auch an der Art und Weise, wie die Wissenschaft solches Wissen eigentlich ‚macht‘. Besonders spannend wird es, wenn verschiedene Parteien und AkteurInnen mit unterschiedlichen Interessen darüber streiten, wie der Wissensstand jetzt eigentlich sei und was das für anstehende politische Entscheidungen zu bedeuten habe.
Einen solchen Fall schauen wir uns an: Spätestens seit die Europäische Kommission im Jahr 2013 den Einsatz von bestimmten Insektenvernichtungsmitteln, den sogenannten Neonicotinoiden, auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens aussetzte (was sie jüngst noch einmal bestätigt hat), entbrannte ein Streit zwischen Agrarindustrie, Umweltorganisationen, ImkerInnen, politischen Parteien und WissenschaftlerInnen darüber, wie die Faktenlage zur Schädlichkeit solcher Wirkstoffe ‚wirklich‘ aussieht. Das Bild, das jeder dieser Akteure dabei davon zeichnet, ist häufig nicht unabhängig von deren Zielen, Strategien und Werten. Was soll jetzt die Wahrheit sein? Und warum?
Um herauszufinden, wie verschiedene AkteurInnen mit wissenschaftlichem Wissen in diesem Kontext umgehen, untersuchen wir in unserem Projekt, auf welche Weise sie über wissenschaftliches Wissen sprechen bzw. schreiben. Besonders interessiert uns, ob es dabei auch darum geht, was eigentlich nicht gewusst wird oder wo (noch) Unsicherheiten bestehen. Welche Konsequenzen werden daraus gezogen und was für Effekte können solche Äußerungen nach sich ziehen?
Dazu analysieren wir Pressemitteilungen, Infohefte, Homepage- und Blogartikel auf der Suche nach sprachlichen Mustern, intertextuellen Vernetzungen und Hinweisen auf Wissensbestände, die uns Rückschlüsse darüber ermöglichen, wie die Art und Weise, wie über Wissen gesprochen wird, mehr bewirken kann, als bloß Wissen zu vermitteln.

DFG-Projekt 2013-2017 "Sprachliche Strategien der Wissens- und Wissenschaftsvermittlung in Textsorten und Medienformaten für Kinder" (Projektmitarbeiterinnen: Maike Kern, M.A., und
Ewa Kanai, M.A.)
Das Thema Wissensvermittlung für Kinder ist ein seit Jahren aktuelles Thema, was sich nicht nur in der Begründung immer neuer Sachbuchreihen für unterschiedliche Altersstufen, Kinderzeitschriften und Fernsehformate, sondern auch am veritablen Boom von Kinder-Unis und dem zunehmenden Interesse von Wissenschaftsjournalisten zeigt. Überraschenderweise sind jedoch die sprachlichen Strategien der Wissens- und Wissenschaftsvermittlung, die sich außerschulisch an Kinder richtet, von der sprachwissenschaftlichen Forschung bislang weitgehend unbe­achtet geblieben. Das zentrale Ziel des beantragten Projekts ist es daher, diese markante Forschungslücke zu schließen. Sprachwissenschaftlich wird daher vorerst an geschrieben- wie gesprochensprachlichen Sachtexten zu den exemplarisch ausgewählten Themen 'Klima' (naturwissenschaftlich) und 'Mittelalter' (geisteswissenschaftlich) die Frage untersucht, mit welchen sprachlichen Strategien Kindern Wissen vermittelt wird und welche Themen- und Medienspezifika sich hier nachweisen lassen. Erkenntnisleitend ist dabei, wie durch thematische, sprachliche und textdidaktische Strategien Verständlichkeit gesichert wird, unterschiedliche Wissenstypen transformiert und kindliche Erwartungen an Unterhaltung und die Ermöglichung von Wissenserwerb bedient werden.
Publikationen zum Projekt:
Janich, Nina (2016): Zwischen semiotischer Überforderung und lustvollem Verweilen. Multimodalität im Bildersachbuch für Kinder. In: Jaki, Sylvia/Sabban, Annette (Hrsg.): Wissensformate in den Medien. Analysen aus Medienlinguistik und Medienwissenschaft. Berlin: Frank und Timme (Kulturen – Kommunikation – Kontakte 25), 51-75.
Kern, Maike (2016): Kinderwissenssendungen im Fernsehen: Darstellungsformen und Adressierungsstrategien. In: Jaki, Sylvia/Sabban, Annette (Hrsg.): Wissensformate in den Medien. Analysen aus Medienlinguistik und Medienwissenschaft. Berlin: Frank und Timme (Kulturen – Kommunikation – Kontakte 25), 227-254.

Akademie-Projekt 2012-2036 Öffnet externen Link in neuem FensterDigitales Familiennamenwörterbuch des Deutschen (DFD)
An der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur läuft seit 2012 in Kooperation mit dem Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft (Prof. Dr. Janich, Prof. Dr. Rapp) ein Projekt, initiiert und geleitet von Prof. Dr. Damaris Nübling, Universität Mainz, in dessen Rahmen ein digitales Familiennamenwörterbuch erarbeitet wird. In diesem Projekt wird erstmals der komplette Grundbestand der derzeit in Deutschland vorkommenden Familiennamen (auch der fremdsprachigen) lexikographisch erfasst, kartiert und, u.a. mithilfe des Kartenbefunds, etymologisiert. Eine öffentlich zugängliche Datenbank ist im Aufbau.


Abgeschlossene Drittmittelprojekte


2013-2016 DFG-Projekt "Öffnet externen Link in neuem FensterClimate Engineering im Verhältnis von Wissenschaft und Politik: Kontroverse Deutungen wissenschaftlicher und politischer Verantwortung gegenüber der globalen Herausforderung Klimawandel" (Projektmitarbeiterin: Christiane Stumpf, M.A.).
Zusammen mit Prof. Dr. Daniel Barben (Federführung), Universität Klagenfurt, im SPP 1698 "Climate Engineering: Risks, Challenges, Opportunities?".
Im Projekt wird von sprachwissenschaftlicher Seite untersucht, wie sich das Schwerpunktprogramm als eine Forscherinitiative entwickelt hat, die die Verantwortung im Umgang mit Climate Engineering (CE) als Forschungsthema in den Vordergrund stellt. Es versteht sich als Begleitforschung zum laufenden Schwerpunktprogramm, indem Verantwortungskonzepte der beteiligten Wissenschaftler untersucht und der verantwortungsvolle Umgang mit CE-Forschung reflektiert wird. Diese Analysen werden von politikwissenschaftlicher Seite in den Kontext des nationalen und internationalen CE-Diskurses eingebettet.
Publikationen zum Projekt:
Janich, Nina (Hrsg./in Vorbereitung): Unsicherheit als Herausforderung. Zur Forschungspraxis und ihrer Reflexion in Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Frankfurt am Main u.a.: Lang (Wissen – Kompetenz – Text).
Janich, Nina/Stumpf, Christiane (in Vorbereitung): Verantwortung unter der Bedingung von Unsicherheit – und was KlimawissenschaftlerInnen darunter verstehen. In: Janich (Hrsg.).
Janich, Nina/Stumpf, Christiane (2016): Naturwissenschaftler antworten Journalisten ... wie Ungewissheiten und Unsicherheiten in der Klimaforschung kommuniziert werden (sollten) (Leporello) http://www.spp-climate-engineering.de/?file=files/ce-projekt/media/download_PDFs/spp1689_scipol_kommunik_web.pdf
Janich, Nina/Stumpf, Christiane (2015): Wissenschaft und Verantwortung. Theoretische und empirische Schlaglichter. Erste Projektergebnisse aus der Begleitforschung zum Schwerpunktprogamm 1689 (Leporello). http://www.spp-climate-engineering.de/?file=files/ce-projekt/media/download_PDFs/spp1689_scipol_wissenschaft_verantw.pdf

2012-2016: DFG-Projekt „Nachhaltigkeit und Raumkonstitution im städtischen Diskurs“, Teilprojekt eines umwelthistorischen Paketantrags „Wege zur nachhaltigen Entwicklung von Städten“ (Projektmitarbeiterin: Viona Niemczyk, M.A.).
Dem Projekt liegt die Hypothese zugrunde, dass städtische Räume neben sonstigen Faktoren wesentlich auch durch sprachliches Handeln konstituiert werden, und zwar sowohl in kultureller und sozialer Hinsicht als auch im Rahmen personaler urbaner Identitäten, und dass dies auch für den bislang von der Forschung vernachlässigten Nachhaltigkeitsdiskurs auf der urbanen Ebene gilt. Das bedeutet, dass sich (diskursiv umkämpfte und/oder umworbene und damit imagerelevante) ‚Orte’ der Nachhaltigkeit in Städten identifizieren lassen müssten, die von lokalen Akteuren u. a. als Identifikationsangebote im Rahmen des Stadtmarketings kommuniziert werden. Das Projekt verfolgt daher am Beispiel eines Städtevergleichs Mainz/Wiesbaden (im Sinne eines „most similar cases design“) folgende Forschungsfrage: Durch welche textuell-kommunikativen Arrangements und welche diskursiven Praktiken städtischer Akteure werden in diesen beiden Städten im Rahmen des Nachhaltigkeitsdiskurses welche Räume konstituiert, welche Rolle spielen diese Räume für Identität und Image der jeweiligen Stadt, und inwiefern verläuft diese Raumkonstitution nach stadtspezifischen Diskursmustern? Der text- und diskurslinguistische Ansatz des Projekts in Verbindung mit einem (linguistisch operationalisierten) umwelthistorischen Ansatz verspricht innovative Erkenntnisse sowohl über den Nachhaltigkeitsdiskurs als auch für die Stadtsprachenforschung und die diskursanalytische Methodologie.
Publikationen zum Projekt:
Engels, Jens Ivo Engels/Janich, Nina/Monstadt, Jochen/Schott, Dieter (Hrsg.) (2017): Nachhaltige Stadtentwicklung. Infrastrukturen, Akteure, Diskurse. Frankfurt am Main/New York: Campus (Interdisziplinäre Stadtforschung 22).
Niemczyk, Viona (2017): Metaphern – Sprachliche Bauten städtischer Nachhaltigkeitskommunikation? In: Engels et al. (Hrsg.): 223-239.
Niemczyk, Viona (2017): "Auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft". Wegmetaphorik und Energiekommunikation in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Stadt Zürich. In: Rosenberger, Nicole/Kleinberger, Ulla (Hrsg.): Energiediskurs: Perspektiven auf Sprache und Kommunikation im Kontext der Energiewende. Bern: Lang (Sprache in Kommunikation und Medien 10), 225-240.
Niemczyk, Viona (2014): Raumkonstitution und -kognition in und über städtische/r Nachhaltigkeitskommunikation. In: Studentische Projektgruppe Hannover (Hrsg.): Zeit – Raum – Identität. Beiträge der interdisziplinären studentischen Tagung in Hannover vom 25.–27. April 2014, Hannover: JMB Verlag, 149-176.

2011-2015: DFG-Projekt „'Was können wir (nicht) wissen? Was sollen wir tun?' Vom Umgang der Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten mit Nichtwissen und unsicherem Wissen in laienadressierten Texten." (Projektmitarbeiterinnen: Dr. des. Lisa Rhein, Anne Simmerling, M.A.).
Die Ausgangshypothesen des Projekts sind: (1) Nichtwissen und Unsicherheit und damit Formen höchster Fragilität sind eine notwendige Bedingung jeder Wissenschaft insofern, als sie durch Erkenntnis überwunden oder als systematische Wissensgrenzen bis zu einem gewissen Grad akzeptiert werden müssen, ohne dass deshalb der Anspruch auf Mitwirkung der Wissenschaft bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsfindungen aufgegeben werden müsste. (2) Dem sprachlich-kommunikativen Umgang mit Nichtwissen in (populär-)wissenschaftlichen Texten wurde bislang in der interdisziplinären Nichtwissensforschung noch kaum Aufmerksamkeit zuteil. Daher richtet sich die Fragestellung des text- und diskurslinguistischen Projekts darauf, wie Nichtwissen in Texten unterschiedlicher Autoren und Fachlichkeitsgrade, die sich über das Internet an interessierte Laien richten, stilistisch-rhetorisch dargestellt und bewertet wird und wie eine Reflexion solcher Vertextungs¬strategien zu einem umsichtige(re)n Umgang mit Nichtwissen/Unsicherheit führen kann. Das Projekt kontrastiert dabei zwei Fallstudien, deren thematische Gegenstände aus dem Bereich der Klimawandelforschung (Klima und Boden vs. Eisendüngung der Meere) in der Öffentlichkeit als unterschiedlich brisant und unsicher eingeschätzt werden und die daher geeignet erscheinen, Auskunft auch über das medial vermittelte Bild von Wissenschaft im Spannungsfeld von Evidenz und Fragilität zu geben.
Publikationen zum Projekt:
Simmerling, Anne/Janich, Nina (2015): Rhetorical functions of a ‚language of uncertainty‘ in the mass media. In: Public Understanding of Science 1-15. DOI: 10.1177/0963662515606681.
Janich, Nina/Simmerling, Anne (2015): Linguistics and Ignorance. In: Groß, Matthias/McGoey, Lindsay (Eds.): Routledge International Handbook of Ignorance Studies. London/New York: Routledge, 125-137.
Janich, Nina/Simmerling, Anne (2013): „Nüchterne Forscher träumen...“ – Nichtwissen im Klimadiskurs unter deskriptiver und kritischer diskursanalytischer Betrachtung. In: Meinhof, Ulrike/Reisigl, Martin/Warnke, Ingo H. (Hrsg.): Diskurslinguistik im Spannungsfeld von Deskription und Kritik. Berlin: Akademie Verlag (Diskursmuster – Discourse Patterns 1), 65-100.

2009-2013: DFG-Projekt „Die diskursive Aushandlung von Transdisziplinarität. Projektkommunikation im Spannungsfeld von transdisziplinärem Anspruch und disziplinären Rahmenbedingungen“. (Projektmitarbeiterin: Ekaterina Zakharova).
Publikationen zum Projekt:
Janich, Nina/Zakharova, Ekaterina (2014): Fiktion „gemeinsame Sprache“? Interdisziplinäre Aushandlungsprozesse auf der Inhalts-, der Verfahrens- und der Beziehungsebene. Zeitschrift für Angewandte Linguistik 61.1, 3–25.
Janich, Nina (2012): „Ich als Physiker“. Zum Zusammenhang von Fachsprache und Fachidentität. In: Valerio 12. Special Issue „Fachsprachen und Normalsprache“, hrsg. von Julia Voss und Michael Stolleis, 93-104.
Janich, Nina (2012): Fachsprache, Fachidentität und Verständigungskompetenz – zu einem spannungsreichen Verhältnis. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP) 41.2. Special Issue „Sprache und Beruf“, 10-13.
Janich, Nina/Zakharova, Ekaterina (2011): Wissensasymmetrien, Interaktionsrollen und die Frage der „gemeinsamen“ Sprache in der interdisziplinären Projektkommunikation. In: Fachsprache. International Journal of Specialized Communication 34.3-4, 187-204.

2009/2010: FiF-Projekt „Ich weiß, dass ich nichts weiß. Kommunikation und Bewertung von Nichtwissen und unsicherem Wissen in Natur- und Ingenieurswissenschaften“. Interdisziplinäres Projekt, zusammen mit Prof. Dr. Alfred Nordmann (Philosophie) und Prof. Dr. Liselotte Schebek (Umweltwissenschaft), gefördert von der TU Darmstadt/Forum für interdisziplinäre Forschung.

2004-2006: Wissenschaftliche Begleitung des Modellversuchs „Vocational Literacy – Sprachliche und methodische Kompetenzen in der beruflichen Bildung“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (vertreten durch das Hessische Kultusministerium).
Publikationen zum Projekt:
Efing, Christian/Janich, Nina (Hrsg.) (2007): Themenheft „Sprache im Beruf”. Der Deutschunterricht 59, Heft 1.
Efing, Christian/Janich, Nina (Hrsg.) (2006): Förderung der berufsbezogenen Sprachkompe-tenz: Befunde und Perspektiven. Paderborn: Eusl.

2004-2006: Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg „Technisierung und Gesellschaft“ der Technischen Universität Darmstadt.

2001-2005: Zusammen mit Prof. Dr. Albrecht Greule Leiterin des Projekts „Sprachkulturen in Osteuropa – ein paradigmatischer Vergleich“ und der Fortsetzungsprojekte „Datenbank: Sprachkulturen in Osteuropa“ und „Heutiges Konfliktpotential der sowjetischen Sprachpolitik“ im Rahmen des Bayerischen Forschungsverbundes Südost- und Osteuropa FOROST I und II.
Publikationen zum Projekt:
Janich, Nina/Greule, Albrecht (Hrsg.) (2002): Sprachkulturen in Europa. Ein internationales Handbuch. Tübingen: Narr.
Greule, Albrecht/Janich, Nina (Hrsg.) (2002): Sprachkulturen im Vergleich: Konsequenzen für Sprachpolitik und internationale Wirtschaftskommunikation. München (= forost-Arbeitspapier 7).

2000-2004: Mitarbeit/Leitung zusammen mit Prof. Dr. Albrecht Greule im DFG-Projekt „Sprachliche Rituale in feindlichen Auseinandersetzungen des Spätmittelalters“ im Rahmen der Regensburger DFG-Forschergruppe „Krieg im Mittelalter“.
Publikationen zum Projekt:
Janich, Nina/Weber, Eckhard (2004): „So wollen wir von dir schriben, sagen und clagen dun“. Möglichkeiten und Grenzen der historischen Pragmatik am Beispiel der spätmittelalterlichen Fehde. In: Muttersprache 114, 163-176.

Kontakt


Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft

 

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