Prof. Dr. Stephan Habscheid (Siegen)

›Disharmonie können wir uns nicht leisten.‹ Konsenserzaehlungen in Organisationen.

 

Freitag, den 22. Juni 2007; 18:00-20:00 Uhr; Raum: S1|03-204.

Streit, Konkurrenz und Disharmonie sind für jedes soziale Gebilde ebenso kennzeichnend wie Konsens, Kooperation und Einigkeit. Auch wenn es mitunter im Interesse der Mächtigeren liegt, dies herunterzuspielen: Immer wieder manifestieren, erneuern oder verändern sich in der Kommunikation vielfältige Gegnerschaften zwischen Einzelnen oder Gruppen, seien es Interessenkonflikte um knappe Mittel, Räume, Machtressourcen und Statuspositionen, seien es Konflikte um die Priorität von Werten, Normen und Lebenszielen. Während also ein „echter“ Konsens – im Sinne einer nachhaltigen Einigung über Interessen und Ansichten – kaum möglich ist, wird in der Kommunikation allenthalben „Einigkeit“ beschworen: unter anderem dann, wenn Schwächere sich miteinander verbünden, um gemeinsam Stärke zu demonstrieren, aber auch umgekehrt als Aufforderung an die Beherrschten, sich – wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern – der Auffassung von Autoritäten anzuschließen. Wie derartige sprachliche Verfahren der Image- und Identitätspolitik in betrieblichen und öffentlichen Medientexten funktionieren und wozu sie dienen, ist Gegenstand des Vortrags. Grundlage ist ein von Stephan Habscheid und Clemens Knobloch (Universität Siegen) geleitetes Forschungsprojekt mit dem Titel „Symbolische Friedfertigkeit“, das in den letzten beiden Jahren vom Forschungsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde und nun abgeschlossen ist.

Kontakt

Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft
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64289 Darmstadt

Telefon: +49 - 6151 - 16 2597
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Die GfdS-Vorträge
werden freundlicherweise
unterstützt vom Magistrat
der Wissenschaftsstadt Darmstadt.



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