Forschung


1. Fachkommunikation und Wissenstransfer mit einem Schwerpunkt auf Wissenschaftskommunikation:

Gegenstand des Forschungsschwerpunktes sind Formen und Rahmenbedingungen der Fachkommunikation, insbesondere der Wissenschaftskommunikation. Der Fokus liegt dabei auf Problemen der Wissensvermittlung und auf der Frage nach berufsspezifischen kommunikativen Anforderungen.
Aktuelle Arbeitsschwerpunkte liegen auf der Erforschung interdisziplinärer (wissenschaftsinterner) Kommunikation (DFG-Projekt 2009-2012), auf dem diskursiven Umgang mit Nichtwissen und unsicherem Wissen in Wissenschaft und Medien/Fokus Klimawandel (DFG-Projekt 2011-2013 im SPP 1409: Wissenschaft und Öffentlichkeit; Beteiligung am Öffnet externen Link in neuem FensterSPP 1689: Climate Engineering) sowie auf Wissensvermittlungsstrategien in Medienformaten für Kinder (DFG-Projekt 2013-2016). Siehe detailliertere Informationen unter SciCoRe sowie unten (Projektbeschreibungen).

2. Werbe- und Wirtschaftskommunikation:

Forschungsgegenstand sind Werbekommunikate in verschiedenen Medien, werbelinguistische Methodenentwicklung sowie Bedingungen und Formen der Unternehmenskommunikation.
Der Forschungsschwerpunkt ist eng mit dem Engagement in der internationalen Forschungskooperation „Europäische Kulturen in der Wirtschaftskommunikation (EUKO)“ verknüpft (www.wirtschaftskommunikation.net ). Im Namen von EUKO erscheint eine gleichnamige Buchreihe beim Verlag Springer VS, Wiesbaden, und es finden jährlich an wechselnden Orten internationale Tagungen statt, die u.a. zum Ziel haben, disziplinenübergreifend Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen und dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Plattform zu bieten.

3. Sprachkultur und Sprachförderung:

Dieser Forschungsschwerpunkt hat einerseits eine sprachvergleichende Dimension durch die langjährige Arbeit zu den Sprachkulturen der europäischen Einzelsprachen (siehe unten „Abgeschlossene Projekte“), andererseits ist er eng mit dem Forschungsschwerpunkt „Fachkommunikation und Wissenstransfer“ verwoben, da als Ziel sprachlicher Bildung und Förderung eine sprecherbezogene Sprachkultiviertheit angesehen wird, die auf Sprachkompetenz und einer moralisch motivierten Kooperationsbereitschaft basiert und im beruflichen Kontext zusätzliche Dimensionen einer fachkommunikativen Kompetenz aufweist. Ein Fokus der Sprachkulturforschung liegt daher auf dem Kontext von Sprache und Beruf. Programmatisch für diesen Forschungsschwerpunkt steht die Habilschrift „Die bewusste Entscheidung“ von 2004. Die ehrenamtliche Arbeit als Sprecherin der Jury „Unwort des Jahres“ (www.unwortdesjahres.net) dient ebenfalls einem grundsätzlichen sprachkritischen und aufklärerischen Interesse.

4. Textlinguistik:

Im Zentrum des Interesses stehen intertextuelle Phänomene der Textsortenvernetzung in verschiedenen Domänen und ihre Funktion in verschiedenen Diskursen, insbesondere in der Wissenschaftskommunikation (siehe oben unter 1) und neuerdings auch in der städtischen Kommunikation (DFG-Projekt 2012-2015, siehe auch LOEWE-Schwerpunkt Stadtforschung ). Das methodische Interesse an Text- und Diskurslinguistik verbindet sich unmittelbar mit den Forschungsschwerpunkten „Fachkommunikation und Wissenstransfer“ sowie „Sprachkultur und Sprachförderung“. Seit 2011 läuft hierzu eine neue Buchreihe (hrsg. zusammen mit Britta Hufeisen/Darmstadt und Christian Efing/Heidelberg) beim Peter Lang Verlag mit dem Thema „Wissen – Kompetenz – Text“.


Laufende Projekte

DFG-Projekt 2013-2016 "Sprachliche Strategien der Wissens- und Wissenschaftsvermittlung in Textsorten und Medienformaten für Kinder" (Projektmitarbeiterinnen: Maike Kern, M.A., und
Britta May, M.A.)
Das Thema Wissensvermittlung für Kinder ist ein seit Jahren aktuelles Thema, was sich nicht nur in der Begründung immer neuer Sachbuchreihen für unterschiedliche Altersstufen, Kinderzeitschriften und Fernsehformate, sondern auch am veritablen Boom von Kinder-Unis und dem zunehmenden Interesse von Wissenschaftsjournalisten zeigt. Überraschenderweise sind jedoch die sprachlichen Strategien der Wissens- und Wissenschaftsvermittlung, die sich außerschulisch an Kinder richtet, von der sprachwissenschaftlichen Forschung bislang weitgehend unbe­achtet geblieben. Das zentrale Ziel des beantragten Projekts ist es daher, diese markante Forschungslücke zu schließen. Sprachwissenschaftlich wird daher vorerst an geschrieben- wie gesprochensprachlichen Sachtexten zu den exemplarisch ausgewählten Themen 'Klima' (naturwissenschaftlich) und 'Mittelalter' (geisteswissenschaftlich) die Frage untersucht, mit welchen sprachlichen Strategien Kindern Wissen vermittelt wird und welche Themen- und Medienspezifika sich hier nachweisen lassen. Erkenntnisleitend ist dabei, wie durch thematische, sprachliche und textdidaktische Strategien Verständlichkeit gesichert wird, unterschiedliche Wissenstypen transformiert und kindliche Erwartungen an Unterhaltung und die Ermöglichung von Wissenserwerb bedient werden.

Akademie-Projekt 2012-2036 Öffnet externen Link in neuem FensterDigitales Familiennamenwörterbuch des Deutschen (DFD)
An der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur läuft seit 2012 in Kooperation mit dem Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft (Prof. Dr. Janich, Prof. Dr. Rapp) ein Projekt, initiiert und geleitet von Prof. Dr. Damaris Nübling, Universität Mainz, in dessen Rahmen ein digitales Familiennamenwörterbuch erarbeitet wird. In diesem Projekt wird erstmals der komplette Grundbestand der derzeit in Deutschland vorkommenden Familiennamen (auch der fremdsprachigen) lexikographisch erfasst, kartiert und, u.a. mithilfe des Kartenbefunds, etymologisiert. Eine öffentlich zugängliche Datenbank ist im Aufbau.

DFG-Projekt 2013-2016 "Öffnet externen Link in neuem FensterClimate Engineering im Verhältnis von Wissenschaft und Politik: Kontroverse Deutungen wissenschaftlicher und politischer Verantwortung gegenüber der globalen Herausforderung Klimawandel" (Projektmitarbeiterin: Christiane Stumpf, M.A.), zusammen mit Prof. Dr. Daniel Barben (Federführung), RWTH Aachen, im SPP 1698 "Climate Engineering: Risks, Challenges, Opportunities?".
Im Projekt wird von sprachwissenschaftlicher Seite untersucht, wie sich das Schwerpunktprogramm als eine Forscherinitiative entwickelt hat, die die Verantwortung im Umgang mit Climate Engineering (CE) als Forschungsthema in den Vordergrund stellt. Es versteht sich als Begleitforschung zum laufenden Schwerpunktprogramm, indem Verantwortungskonzepte der beteiligten Wissenschaftler untersucht und der verantwortungsvolle Umgang mit CE-Forschung reflektiert wird. Diese Analysen werden von politikwissenschaftlicher Seite in den Kontext des nationalen und internationalen CE-Diskurses eingebettet.

DFG-Projekt 2012-2015: „Nachhaltigkeit und Raumkonstitution im städtischen Diskurs“, Teilprojekt eines umwelthistorischen Paketantrags „Wege zur nachhaltigen Entwicklung von Städten“  (Projektmitarbeiterin: Viona Niemczyk, M.A.).
Dem Projekt liegt die Hypothese zugrunde, dass  städtische Räume neben sonstigen Faktoren wesentlich auch durch sprachliches Handeln konstituiert werden, und zwar sowohl in kultureller und sozialer Hinsicht als auch im Rahmen personaler urbaner Identitäten, und dass dies auch für den bislang von der Forschung vernachlässigten Nachhaltigkeitsdiskurs auf der urbanen Ebene gilt. Das bedeutet, dass sich (diskursiv umkämpfte und/oder umworbene und damit imagerelevante) ‚Orte’ der Nachhaltigkeit in Städten identifizieren lassen müssten, die von lokalen Akteuren u. a. als Identifikationsangebote im Rahmen des Stadtmarketings kommuniziert werden. Das Projekt verfolgt daher am Beispiel eines Städtevergleichs Mainz/Wiesbaden (im Sinne eines „most similar cases design“) folgende Forschungsfrage: Durch welche textuell-kommunikativen Arrangements und welche diskursiven Praktiken städtischer Akteure werden in diesen beiden Städten im Rahmen des Nachhaltigkeitsdiskurses welche Räume konstituiert, welche Rolle spielen diese Räume für Identität und Image der jeweiligen Stadt, und inwiefern verläuft diese Raumkonstitution nach stadtspezifischen Diskursmustern? Der text- und diskurslinguistische Ansatz des Projekts in Verbindung mit einem (linguistisch operationalisierten) umwelthistorischen Ansatz verspricht innovative Erkenntnisse sowohl über den Nachhaltigkeitsdiskurs als auch für die Stadtsprachenforschung und die diskursanalytische Methodologie.

DFG-Projekt 2011-2013: „Was können wir (nicht) wissen? Was sollen wir tun?“ Vom Umgang der Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten mit Nichtwissen und unsicherem Wissen in laienadressierten Texten (Projektmitarbeiterin: Anne Simmerling, M.A.).
Die Ausgangshypothesen des Projekts sind: (1) Nichtwissen und Unsicherheit und damit Formen höchster Fragilität sind eine notwendige Bedingung jeder Wissenschaft insofern, als sie durch Erkenntnis überwunden oder als systematische Wissensgrenzen bis zu einem gewissen Grad akzeptiert werden müssen, ohne dass deshalb der Anspruch auf Mitwirkung der Wissenschaft bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsfindungen aufgegeben werden müsste. (2) Dem sprachlich-kommunikativen Umgang mit Nichtwissen in (populär-)wissenschaftlichen Texten wurde bislang in der interdisziplinären Nichtwissensforschung noch kaum Aufmerksamkeit zuteil. Daher richtet sich die Fragestellung des text- und diskurslinguistischen Projekts darauf, wie Nichtwissen in Texten unterschiedlicher Autoren und Fachlichkeitsgrade, die sich über das Internet an interessierte Laien richten, stilistisch-rhetorisch dargestellt und bewertet wird und wie eine Reflexion solcher Vertextungs¬strategien zu einem umsichtige(re)n Umgang mit Nichtwissen/Unsicherheit führen kann. Das Projekt kontrastiert dabei zwei Fallstudien, deren thematische Gegenstände aus dem Bereich der Klimawandelforschung (Klima und Boden vs. Eisendüngung der Meere) in der Öffentlichkeit als unterschiedlich brisant und unsicher eingeschätzt werden und die daher geeignet erscheinen, Auskunft auch über das medial vermittelte Bild von Wissenschaft im Spannungsfeld von Evidenz und Fragilität zu geben.


Abgeschlossene Drittmittelprojekte

2009-2013: „Die diskursive Aushandlung von Transdisziplinarität. Projektkommunikation im Spannungsfeld von transdisziplinärem Anspruch und disziplinären Rahmenbedingungen“, gefördert von der DFG.

2009-2010:
„Ich weiß, dass ich nichts weiß. Kommunikation und Bewertung von Nichtwissen und unsicherem Wissen in Natur- und Ingenieurswissenschaften“. Interdisziplinäres Projekt, zusammen mit Prof. Dr. Alfred Nordmann (Philosophie) und Prof. Dr. Liselotte Schebek (Umweltwissenschaft), gefördert von der TU Darmstadt.

2004-2006:
Wissenschaftliche Begleitung des Modellversuchs „Vocational Literacy – Sprachliche und methodische Kompetenzen in der beruflichen Bildung“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (vertreten durch das Hessische Kultusministerium).

2004-2006:
Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg „Technisierung und Gesellschaft“ der Technischen Universität Darmstadt.

2001-2005:
Zusammen mit Prof. Dr. Albrecht Greule Leiterin des Projekts „Sprachkulturen in Osteuropa – ein paradigmatischer Vergleich“ und der Fortsetzungsprojekte „Datenbank: Sprachkulturen in Osteuropa“ und „Heutiges Konfliktpotential der sowjetischen Sprachpolitik“ im Rahmen des Bayerischen Forschungsverbundes Südost- und Osteuropa FOROST I und II.

2000-2004:
Mitarbeit/Leitung zusammen mit Prof. Dr. Albrecht Greule im DFG-Projekt „Sprachliche Rituale in feindlichen Auseinandersetzungen des Spätmittelalters“ im Rahmen der Regensburger DFG-Forschergruppe „Krieg im Mittelalter“.

Kontakt

Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft

Besucheradresse:
Landwehrstraße 50A
Gebäude S4|23
64293 Darmstadt

Postanschrift:
Dolivostraße 15 
64293 Darmstadt













A A A | Drucken Drucken | Impressum | Sitemap | Suche | Webmail | TU
zum Seitenanfangzum Seitenanfang